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MEMORIAS

Ein partizipativer Workshop für Migrationskindheitsgeschichten in Neukölln

Memorias ist ein Projekt über migrantische Kindheitsgeschichten in Neukölln. 

Das offene Workshop-Format beleuchtet die zivile Geschichte Neuköllns aus Perspektive von Kindheit und Migration. Im Fokus stehen Erfahrungen von Migrationskindern, Wahrnehmungen einer 'neuen Stadt' sowie Gefühle von Fremdheit, Orientierung und Zugehörigkeit. Urbaner Raum und Architektur werden reflektiert.

Ausgehend von persönlichen Erinnerungen erforschen die Teilnehmenden exemplarische Biografien zentraler Migrationswellen – vom II. WK über die Gastarbeiter-Generation und Wendezeit bis zur Migration durch den Syrienkrieg und aktuelle Migrationsformen. 

KIND UND KIEZ
ARCHITEKTUR- UND EMOTIONSACHSE

Migration ist nicht nur ein geografischer Ortswechsel, sondern ein komplexer Prozess der sozialen, kulturellen und emotionalen Neuorientierung. Forschungen der Migrationssoziologie zeigen, dass erste Eindrücke einer neuen Umgebung langfristig die Wahrnehmung von Zugehörigkeit und Identität prägen. Besonders Kindheitserinnerungen an Ankunftssituationen enthalten oft intensive sensorische Erfahrungen (Gerüche, Klänge, Bilder), die als sogenannte „Erinnerungsanker" fungieren und biografische Erzählungen strukturieren.

 

Die Stadtsoziologie und Humangeografie betrachten urbane Räume nicht als neutrale Kulissen, sondern als soziale und kulturelle Erfahrungsräume. Architektur beeinflusst Bewegungsmuster, soziale Begegnungen und das Sicherheitsgefühl. Kinder eignen sich Städte auf eigene Weise an und entwickeln subjektive Bedeutungen für Straßen, Höfe, Parks oder Wohnhäuser. Diese alltäglichen Raumpraktiken machen sichtbar, wie Menschen urbane Räume erleben und mit ihnen Beziehungen aufbauen.

Foto: © picture-alliance / dpa

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KIND UND ZU HAUSE
KULTUR- UND KOLLISIONSACHSE

In der Migrations- und Kindheitsforschung wird häufig beschrieben, dass Kinder mit Migrationserfahrung zwischen verschiedenen kulturellen Bezugsrahmen navigieren. Das Zuhause repräsentiert häufig kulturelle Praktiken, Werte und Sprachen des Herkunftskontextes, während Schule, Straße und öffentliche Institutionen andere gesellschaftliche Normen vermitteln. Diese Erfahrung wird oft als „kulturelles Aushandeln" oder „Leben zwischen mehreren kulturellen Räumen" beschrieben.

Zugehörigkeit gilt als zentrales Thema der Migrationsforschung. Sie entsteht nicht allein durch rechtliche oder geografische Zugehörigkeit, sondern durch soziale Anerkennung und emotionale Bindungen. Erfahrungen von Fremdheit und Ausgrenzung können ebenso identitätsprägend sein wie Erfahrungen von Akzeptanz und Gemeinschaft. Besonders in der Kindheit werden Vorstellungen darüber entwickelt, wer als „wir" und wer als „die anderen" wahrgenommen wird.

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KIND UND POLITIK
POLITIK- UND WAHRNEHMUNGSACHSE

Die Erinnerungsforschung geht davon aus, dass historische Ereignisse nicht nur auf staatlicher oder institutioneller Ebene wirken, sondern auch in individuellen Biografien Spuren hinterlassen. Politische Umbrüche wie Krieg, Arbeitsmigration, Wiedervereinigung oder Fluchtbewegungen beeinflussen Familienstrukturen, Bildungswege, Wohnsituationen und Zukunftsvorstellungen. Individuelle Erinnerungen ermöglichen einen Zugang zu Geschichte „von unten" und ergänzen offizielle Geschichtsschreibungen.

Foto: © picture-alliance /Jochen Eckel

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BALD ist die interaktive Karte für Kindheitserinnerungen da!

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